Verkehrsstrafrecht – Was kann auf Sie zukommen?

Das Verkehrsstrafrecht ist möglicherweise nicht so geläufig wie eine Ordnungswidrigkeit. Es ist jedoch entscheidend, sich mit den grundsätzlichen verkehrsstrafrechtlichen Problemen auseinanderzusetzen, um sich der Gefahren bewusst zu sein.

Neben Verfehlungen im Straßenverkehr, die den Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit erfüllen (Geschwindigkeitsüberschreitung, Abstandsunterschreitung, Rotlichtverstoß usw.), kann Ihr Fehltritt im Straßenverkehr möglicherweise auch die Voraussetzungen eines Straftatbestand erfüllt haben. Dies hat zur Folge, dass Ihr Fehlverhalten im Verkehr als Straftat ausgelegt wird. Sie erhalten dann nicht mehr einfach nur einen Bußgelbescheid von einer Bußgeldbehörde; die zu erwartenden Strafen im Falle einer Verurteilung wegen einer Verkehrsstraftat sind weitaus schwerwiegender.

Welche verkehrsrechtlichen Straftatbestände kommen Betracht

Verfehlungen im öffentlichen Straßenverkehr können vielfältiger Natur sein, das kennen wir bereits aus einem Ordnungswidrigkeitenverfahren. Daher gibt es natürlich auch einen großen Katalog an Straftatbeständen, die sich mit verkehrsstrafrechtlichen Verfehlungen befassen. Insbesondere sind die folgenden Straftatbestände zu erwähnen:

  • Trunkenheit im Verkehr, § 316 StGB
  • Gefährdung des Straßenverkehrs, § 315c StGB
  • Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, § 142 StGB
  • Fahrlässige Körperverletzung, § 229 StGB
  • Fahren ohne Fahrerlaubnis, § 21 StVG
  • usw.

Interessant ist, dass nicht alle strafrechtlich relevanten Verfehlungen im Straßenverkehr ausschließlich im Strafgesetzbuch stehen; auch bspw. im Straßenverkehrsgesetz und im Pflichtversicherungsgesetz stehen Normen, die ein Fehlverhalten im öffentlichen Straßenverkehr unter Strafe stellen.

Wie läuft ein verkehrsstrafrechtliches Verfahren ab?

Wird Ihnen eine Verkehrsstraftat vorgeworfen, dann läuft das Verfahren etwas anders ab als ein Bußgeldverfahren.

Zunächst ist festzuhalten, dass ein verkehrsstrafrechtliches Verfahren von der Staatsanwaltschaft geführt wird. Es ermittelt also nunmehr die Staatsanwaltschaft und nicht mehr die Bußgeldbehörde. Im Rahmen dieses Ermittlungsverfahrens bedient sich die Staatsanwaltschaft der Polizei, um bspw. eine Beschuldigtenvernehmung durchzuführen oder Zeuge zu befragen. Sind die Ermittlungen abgeschlossen, gibt es mehrere Möglichkeiten, wie es weitergehen kann. Das Strafverfahren kann eingestellt werden, es kann ein Strafbefehl ergehen oder aber es kann zu einer Hauptverhandlung kommen.

Sofern das Verfahren nicht eingestellt wird, droht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe. Darüber hinaus hat eine verkehrsstrafrechtliche Verfehlung im Straßenverkehr meistens auch die Folge, dass das Gericht als Nebenstrafe ein Fahrverbot verhängt (§ 44 StGB) oder gar die Entziehung der Fahrerlaubnis anordnet (§§ 69, 69a StGB).

Wo liegen denn eigentlich tatsächlich die Probleme?

Wird gegen Sie wegen der Verletzung eines Straftatbestandes beim Führen eines Kraftfahrzeuges im Straßenverkehr ermittelt und führten die Ermittlungen zu einer Bestrafung mittels Strafbefehl oder Urteil, können hierdurch weitreichende Folgen für Sie eintreten. Sie haben nicht nur eine saftige Geldstrafe zu bezahlen, die natürlich individuell berechnet wird, oder gar eine Freiheitsstrafe zu verbüßen, sondern Sie müssen sich unter Umständen auch mit den Folgen der Entziehung der Fahrerlaubnis oder mit einem Fahrverbot auseinandersetzen. Die Folgen können also gravierender sein als im Rahmen eines Ordnungswidrigkeitenverfahrens. Losgelöst bleibt natürlich der Umstand, dass auch das Punktekonto in Flensburg anwächst.

Hat Ihr strafrechtlich relevantes Fehlverhalten im Straßenverkehr auch zu einem Verkehrsunfall geführt und Ihre Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung hat den Schäden beim Unfallgegner reguliert, dann kann es unter Umständen sein, dass Sie von Ihrer Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung in Regress genommen werden. Die Probleme hören also nicht nach dem Strafverfahren auf, sondern werden auch in andere Bereiche gezogen.

Was wir für Sie tun können!

Wird Ihnen ein entsprechender verkehrsstrafrechtlicher Vorwurf zur Last gelegt, empfiehlt es sich, anwaltlich Unterstützung und Beratung einzuholen. Die möglicherweise zu erwartenden Folgen einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe können weitrechende Auswirkungen haben können. Dazu droht Ihnen als Nebenfolge ein Fahrverbot oder gegebenenfalls die Entziehung der Fahrerlaubnis.

Es sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden, wenn wegen des Verdachts der Begehen einer Verkehrsstraftat gegen Sie ermittelt wird.

Nehmen Sie unmittelbar nach Vorlage des ersten Schreibens seitens der Polizei oder der Staatsanwaltschaft mit einem Rechtsanwalt Thomas Lustenberger Kontakt auf und lassen Sie sich ausführlich anwaltlich beraten.